Dienstag, 15. August 2017

Tag 03: Terrace - New Aiyansh

Anzahl gesichteter Schwarzbären heute: 0.
Und kein Gegenwind. Ob das zusammenhängt? Falko meint, er schwitzt und riecht so stark, dass die Bären rechtzeitig reissaus genommen haben. Irgendwie beruhigt mich das. Ich denke, ich werde Falko heute das "Rei in der Tube" nicht geben....
Das Highlight des heutigen Tages: das Nisga'a Lava Feld. 1760 ereignete sich hier einer der letzten Vulkanausbrüche Kanadas. Die Lavaströme haben 2 Dörfer mit über 2000 Menschen unter sich begraben. Der Lavastrom hat den Fluss Nass aufgestaut, so ist der heutige Lava Lake entstanden und da dass Flussbett mit bis zu 12m hohem Lava gefüllt wurde, musste sich das Wasser ein neues, noerdlicheres Flussbett suchen. Dadurch entstanden ist eine unwirkliche Mondlandschaft, quasi ein Lavameer, durch das heute ein Highway führt.

Tag 02: New Hazelton - Terrace

Das heutige Highlight waren 3 Schwarzbären, die uns am Yellowhead Highway begegnet sind. Die Bären haben sich so an den Highway gewöhnt, dass sie keine Angst haben direkt daneben (< 5 m Abstand) ihr veganes Essen zu verspeisen. Aufgrund des starken Gegenwindes scheinen uns die Bären nicht bemerkt zu haben, so dass es unsere Aufgabe war, die Bären über unsere Anwesenheit zu informieren. Ein lautes "Hello Mr. Bear" ist ausreichend, dass sich die Tiere in den nahen Wald verziehen. Bär Nr. 3 war allerdings ein Jungtier, so dass sich Bär Nr. 2 (seine Mutter)  vorher erst auf zwei Füßen zu ihrer vollen Größe aufgerichtet hat, bevor beide im Wald verschwunden sind. Das war schon sehr beeindruckend, einen aufgerichteten Schwarzbären vor sich zu sehen. Ein bißchen mulmig wird einem schon dabei. Von Bär Nr. 1 hat Falko noch ein Foto schießen können, bevor er ganz im Wald verschwunden ist.

Montag, 14. August 2017

Tag 02: New Hazelton - Terrace

Mit 136 km war es heute keine leichte Etappe. Und der Gegenwind hat es nicht besser gemacht. Dafür hat es kaum geregnet. Aber der Reihe nach: Wir haben in dem trostlosen New Hazelton an einer trostlosen Tankstelle kurz vor 07:00 gefrühstückt - es war trostlos. Immerhin sind wir früh losgekommen. Am Morgen hat es hin und wieder leicht geregnet, Regenaustüstung war aber nicht nötig.

Nach 43 km haben wir am Abzweig zum Cassiar Highway eine Pause eingelegt. An der dortigen Tankstelle hat uns der Fahrer eines Reisebusses zwei Lunchpakete angeboten. Die seinen übrig geblieben und würden sonst weggeworfen - da würde er sie lieber uns schenken. Wir haben dankend angenommen. Auffallend ist, dass uns alle Einheimischen mit Wohlwollen und Freundlichkeit begegnen. Kein Gespräch ohne Warnung vor Bären und Hinweisen zum Verhalten bei einer Begegnung.
Nach 136 km, der Begegnung mit 1 Eichhörnchen und 3 Bären haben wir Terrace erreicht und fallen müde ins Bett.

Sonntag, 13. August 2017

Tag 01: Smithers - New Hazelton

Die 68 km heute waren ein einfacher Start in unsere Fahrradtour. Daher blieb noch genügend Zeit für zusätzliche Abstecher zu lokalen Sehenswürdigkeiten. Highlight war der Lachsfang im Moricetown Canyon wo die First Nations noch traditionell Lachse mit Köchern fangen dürfen. Auch das historische Indianderdorf 'Ksan und die Hagwilget Canyon Bridge in der Nähe von Hazelton sind sehr sehenswert.

Samstag, 12. August 2017

Anreise

Den heutigen Tag in Smithers haben wir mit Fahrradzusammenbau, Kaffeetrinken und Shoppen verbracht. Smithers ist ein Startpunkt für viele Outdoortouristen, und so war es einfach Gas für den Campingkocher, Feuerzeug, Fahrradöl und Bärenspray zu besorgen. Das Gepäck wird immer mehr....

Die Bedeutung Smithers wird oft unterschätzt: in Smithers befindet sich das letzte Fahrradgeschäft vor unserem Zielort Whitehorse und 1911 wurde von J. Coyle in Smithers der Eierkarton erfunden.

Anreise

Die Anreise hat ohne größere Blessuren geklappt. Das gilt leider nicht für die Fahrradkartons: Als wir die in Vancouver am Sperrgutschalter abgeholt haben, waren sie noch in einem guten Zustand. Den Transport vom Ankunftsbereich zum Check in, der durch endlose enge Gänge nicht gerade einfach war, haben wir auch noch gut überstanden (Foto). Offensichtlich sind die Gänge für in Reihe geschaltete Kofferkulis ausgelegt, nicht für parallel geschaltete.
Aber was dann bei Zoll oder Sichheitskontrolle passiert ist, wird für immer eins der ungelösten Rätsel der Menschheit bleiben. Die Kartons sahen aus, als wären Sie von einem Grizzly bearbeitet worden.
Das Auspacken der Räder ging in Smithers dafür umso schneller, da die Kartons nicht aufwändig geöffnet werden mussten. Wir sind zufrieden: Kartons zerstört, Räder in Ordnung. Hätte ja auch anders ausgehen können.

Samstag, 5. August 2017

Vorbereitungen für 2017

Die Pack-Vorbereitungen laufen planmäßig. Die Fahrräder sind bereits in Kartons und auch die Fahrradtaschen sind fertig gepackt. Jetzt ist Zeit für eine andere Art der Vorbereitung: wie verhält man sich, wenn man einem Bären begegnet?  Das hängt davon ab, ob man einen Schwarzbären oder einen Grizzly sieht. Und um die Bärenarten zu unterscheiden, bietet man in Kanada einen Bären-Test an. Ich habe bestanden mit 2 Fehlern. Den Test kann man hier finden:

http://www.bearsmart.com/about-bears/know-t

Viele Spaß!

Dienstag, 25. Juli 2017

Vorbereitungen für 2017

Die Vorbereitungen für die Tour 2017 laufen auf Hochtouren: Am 13. August wollen wir in Smithers zur diesjährigen Tour starten. Da wir dieses Jahr wieder durch sehr abgelegene Gebiete fahren, müssen Zelt und Schlafsack mitgenommen werden.
Wie jedes Jahr lege ich die wichtigsten, unverzichtbaren Ausrrüstungsgegenstände raus, stelle fest, dass das Volumen unmöglich auf ein Fahrrad passt und reduziere das Gepäck anschließend auf die allerwichtigsten, allerunverzichtbarsten Gegenstände. Was immer noch erschreckend viel ist. Und dann sind da noch die vielen unwichtigen Sachen, die man nicht zwingen braucht, aber trotzdem mitnehmen will. Aber so ist es ja immer.
Wir werden uns auch dieses Jahr melden, sobald wir unterwegs sind. Im Unterschied zu den letzten Jahren kann es aber vorkommen, dass wir für längere Zeit kein Handy-Empfang haben und unsere Berichte nicht hochladen können. Die Blog-Einträge werden dann automatisch in der Reihenfolge in der sie erstellt wurden eingefügt.

Dienstag, 1. September 2015

Abreisetag: Vancouver - Frankfurt

Der Urlaub ist vorbei. Die letzten km vom Hotel zum Flughafen mussten wir noch mal die Regensachen anziehen. Aber ich bin trotzdem gut gelaunt, denn der Radweg endet direkt am Abflugterminal, sodass wir keine Probleme mit dem Autoverkehr haben. Nachdem wir die Räder wie immer luftpolsterfolienverpackt bei Lufthansa abgegeben haben, können wir nichts mehr tun als warten.
Die Ankunft in Frankfurt gestaltet sich dann aber etwas unangenehmer: die Räder sind diesmal offensichtlich etwas ruppiger behandelt worden: bei Falko ist die Führung vom Schaltzug abgebrochen, auch bei mir sieht es nicht wirklich gut aus. Allerdings kann ich es nicht austesten, denn meine Pedalen sind in meinen Fahrradtaschen, und meine Fahrradtaschen sind irgendwo, aber nicht in Frankfurt. Ein Fahrrad ohne Pedale sieht irgendwie albern aus...
Aber alles nicht so schlimm, es ist ja der Rückflug. Die Probleme auf dem Hinflug wären eine echte Katastrophe gewesen, so ist das nur - naja , halt ein unschöner Abschluss einer tollen Fahrradtour.
Und ganz zum Schluß noch VIELEN DANK für die vielen Kommentare. Wir haben uns immer gefreut und es war ein echter Motivationsboost!

Abreisetag

Die Fahrt zum Flughafen ist kurz und völlig verregnet. Aber die wenigen Kilometer reichen aus, dass ein Streifenwagen neben uns anhält, fragt wo wir hin möchten und vorausfährt, damit wir bei dem Wetter auch sicher ankommen. Dabei bedarf es keines weiteren Beweises: die Kanadier sind ein sehr weltoffenes, hilfsbereites und freundliches Volk. 

Am Flughafen packen wir die Räder in Luftpolsterfolie ein und geben unser Gepäck auf. Der Rückflug mit Lufthansa ist pünktlich. Blöd nur, dass Marions Gepäcktaschen nicht in Frankfurt angekommen sind, domit fehlen unter Anderem ihre abgeschraubten Pedale.
Davon mal abgesehen geht eine wunderschöne Radtour zu Ende. Wir hatten spektakuläre Landschaften, extreme Klimaunterschiede, tolle Erlebnisse und interessante Gespräche mit noch interessanteren Menschen. Grund genug, eimal all den freundlichen und hilfsbereiten Menschen, die wir unterwegs kennenlernen durfen, zu danken.

In den nächsten Tagen bringe ich die Webseite amerika-radtour.eu auf den aktuellen Stand und lade Tracks und Fotos hoch. Und nächstes Jahr geht unsere Tour dann weiter.